Reisen an der Adria: Tipps für einen entspannten Urlaub mit Kind

Unsere Autorin Kristin Hofer war mit Baby in der Elternzeit unterwegs. Und berichtet folgendes:

Babygeschrei klingt in meinen Ohren. Was hat das Kleine nur? Windeln voll oder etwa schon wieder Hunger? Irgendwann kommen sie, die Gedanken: Ach, wäre es schön, einfach mal etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände und das triste Novembergrau – zum Beispiel das unendliche Blau des Meeres und Zypressen, die sich im Wind wiegen. Doch funktioniert das überhaupt: Die Seele im sonnigen Süden baumeln lassen mit einem kleinen Baby im Schlepptau, welches eine 24-Stunden-Betreuung braucht? Nach mittlerweile zwei mehrwöchigen Urlauben mit Baby(s) und einigen „schmerzlichen“ Erfahrungen kann ich sagen: Ja, es geht. Denn gerade die Elternzeit bietet sich für das Ausbrechen aus dem Alltagstrott hervorragend an. Wann bekommt man sonst die Möglichkeit, eine so lange Auszeit zu nehmen, ohne dass der ganze Jahresurlaub auf einmal draufgeht.

Tipp 1: Sich Zeit lassen

Wir nahmen uns für die Reise fünf Wochen Zeit und versuchten, nicht allzu viele Stationen einzubauen. Unsere Route führte uns von Riva am Gardasee über Verona bis nach Krk, einer Insel in der Kvarner Bucht in Kroatien. Zurück ging es dann über Triest nach Venedig. Nachdem wir mit dem Flugzeug in Italien ankamen, atmeten wir das erste Mal auf. Raus aus dem trüben deutschen Schmuddelwetter, rein ins Dolce Vita. In Riva, unserer ersten Station, setzten wir uns zunächst auf die Piazza, schlürften genussvoll einen Cappuccino und gönnten uns ein Stracciatella-Eis. Die Sonnenstrahlen kitzelten auf unseren Nasenspitzen und die Schokoladenstückchen schmolzen auf unserer Zunge. So lässt es sich leben.

Tipp 2: Kurze Fahrstrecken planen

Weiter ging es nach einem Zwischenstopp in Verona nach Krk in Kroatien. Spätestens auf der Strecke zwischen Verona und Krk wurde uns bewusst, dass es keine gute Idee war, mit einem Säugling mehr als vier Stunden am Stück Auto zu fahren. Daher empfehle ich, lieber kürzere Strecken zu planen und auch mal länger an einem Ort verweilen, als den Kleinen zu viel zuzumuten. Das schont Nerven von Eltern und Kind.

Tipp 3: Erwartungen herunterschrauben

Damit sind wir schon beim nächsten Tipp: Man sollte nicht mit den Erwartungen in den Urlaub fahren, jede Kirche und jedes imposante Bauwerk im Urlaubsort zu besichtigen. Nachdem wir in Verona genau dieses versucht haben und damit kläglich gescheitert sind, war nun unser Motto in Krk: In der Ruhe liegt die Kraft. Zunächst besuchten wir den 2000 Jahre alten, von einer Stadtmauer umgebenen, historischen Kern der Stadt Krk. Danach schlenderten wir zum Hafen und zur Uferpromenade. Die sandsteinfarbenen Häuser mit den roten Dächern und den hölzernen Klappläden glitzerten in der Sonne. Hier kann man es aushalten. Schnell einen Eimer mit Schippe für unseren Sohn gekauft und ab in die Badeklamotten. Doch Sandstrände sucht man hier vergebens. Die meisten Strände bestehen aus Kies oder Fels. Gut, dass wir einen Schnulli für unseren Sohn dabeihaben, der steckt sich nämlich fleißig alle Steinchen in den Mund und schiebt sie von einer Backe in die andere.

In der Ruhe liegt die Kraft. Wie in Krk in Kroatien.
Am Sandstrand der Stadt kann der Nachwuchs herrlich plantschen.

Nachdem wir eine Woche nur zwischen Strand, Promenade und Altstadt hin- und herpendelten, musste nun wieder etwas mehr Action her. So fahren wir über Triest zu der letzten Destination und unserem absoluten Highlight: nach Venedig.

Begeistert Groß und Klein: Venedig!
Insbesondere der Blick aus der Vogelperspektive auf die Lagunenstadt ist spektakulär.

Venedig ist wie ein wahrgewordener Traum aus jahrhundertealter Geschichte, Pracht, Lebendigkeit und Ruhe. Auch wenn man letzteres angesichts der Unmengen an Touristen nicht glauben mag. Aber es gibt sie noch – die schmalen Gassen und kleinen Kanäle, die eine absolute Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlen. Vielleicht liegt es daran, dass Venedig autofrei ist und die Gondolieri nahezu lautlos über die Wasseroberfläche gleiten. Mit einem Baby würde ich statt der Gondeln jedoch die Fahrt mit den Wasserbussen bevorzugen, die einen an (fast) jeden Platz in Venedig befördern können. Und vom Wasser aus bekommt man einen ganz anderen Blick auf die Schönheit der unzähligen Palazzi, Brücken und Kirchtürme. Was man nicht unterschätzen sollte: Auch Babys möchten etwas sehen. Daher bieten sich Tragegurte an, bei denen die Kleinen gut am Leben teilhaben können und der Blick nicht ausschließlich auf die Brust der Person gerichtet ist, die das Baby trägt.

Tipp 4: Gut planen hilft, die wertvolle Zeit zu genießen

Und noch ein gut gemeinter Tipp zum guten Schluss: Alles was man vor dem Urlaub buchen kann, wie Übernachtungen oder Mietwagen, sollte man auch vorher tun. Es nimmt zwar die Spontanität, aber wer hat Lust, ein Hotel im Urlaub zu buchen, wenn man lieber an den Strand möchte oder das Baby gerade Hunger hat? Und Babys haben oft Hunger.

Ihr wollt auf mit eurem Baby oder Kleinkind auf Tour? Es gibt viele interessante Nah-, oder Fernziele!

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