Wer an Kanada denkt, hat zunächst meist die Landschaft vom Westen des Landes vor Augen: Die schroffen Berge der Rocky Mountains, den türkisfarbenen Lake Louise, die riesigen Skigebiete und die pulsierende Metropole Vancouver, die von Bergen und Meer eingesäumt wird.

Der Osten Kanadas fristet jedoch völlig zu Unrecht ein Dasein im Schatten der Westküste.
Wir haben 7 Gründe für euch gesammelt, wieso sich eine Reise in den Osten des Landes der Berge, Bären und Seen lohnt.

1.Der bunte Charme der Städte
Die Städte im Osten Kanadas könnten unterschiedlicher nicht sein. Ob europäischer Charakter oder amerikanischer Lifestyle, verwinkelte Gassen in Altstädten oder Wolkenkratzern in schwindelerregenden Höhen: In Toronto, Ottawa, Montreal und Québec wird Besuchern von allem etwas geboten.

Toronto, die größte Stadt Kanadas, wirkt mitsamt seiner Wolkenkratzern, Baseballstadien und kulturellen Diversität sehr amerikanisch. Etwa die Hälfte der Einwohner Torontos stammt aus anderen Ländern und wohnt in Vierteln wie Little Italy, Chinatown, Little Korea, Greektown oder Little India. Große Märkte, exklusive, einzigartige Läden, Künstlerviertel, Live-Musik und zahlreiche Partylocations machen Toronto zum Liebling junger, hipper Städter.

Toronto, Kanada
Die Skyline lässt sich besonders gut vom Toronto Island aus bestaunen.

Montreal ist die weltweit zweitgrößte französischsprachige Stadt und außerdem eine der ältesten Städte Nordamerikas. Die Stadt gilt als kulturelles Herz Kanadas und bietet vor allem im Sommer eine Vielzahl an Konzerten, Festivals und Kulturveranstaltungen, die häufig sogar gratis sind. Besonders lohnenswert: Das Jazz-Festival im Juni, das schon echte Musikgrößen anlocken konnte.

Montreal kanada
Den besten Blick auf die Stadt hat man vom Mont Royal.

Ottawa ist eher eine beschauliche, ruhige Stadt. Der Rideau Kanal schlängelt sich durch die Hauptstadt und verwandelt sich im Winter in die größte Natureislaufbahn der Welt. Der Fokus liegt vor allem auf der Politik: Der Parliament Hill mit den Parlamentsgebäuden inmitten der Stadt ist ein großartiges Fotomotiv – sowohl von außen, als auch von innen. Im Sommer kann jeden Morgen der Wachablösung zugesehen werden, abends erstrahlt das Parlament bei einer Sound- & Light-Show in allen Farben, bis zum Abschluss gemeinsam die kanadische Nationalhymne gesungen wird.

Ottawa, Kanda
Der Parliament Hill in Ottawa.

Québec, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist über 400 Jahre alt. Enge Gassen, Steinmauern, Kathedralen und Straßenmusik an jeder Ecke verleihen der Altstadt den Charme europäischer Großstädte. Auch kulinarisch hat die französischsprachige Stadt einiges zu bieten: Ob Blätterteiggebäck und Kaffee in süßen, typisch französischen Cafés oder eine deftige Poutine, das Nationalgericht Kanadas, in einer der zahlreichen Bars – Genuss wird hier großgeschrieben.

Quebec
Die Hauptsehenswürdigkeit in Quebec: Das Château Frontenac.

2. Der Wein aus den Weinanbaugebieten Ost-Kanadas
Dass Wein auch in Kanada angebaut wird, mag zunächst erstaunen. In vier der zehn Provinzen Kanadas gibt es Weinanbaugebiete; 3 davon liegen im Osten: In Ontario, Quebec und Nova Scotia. Besonders berühmt ist Kanada für den süßen Eiswein, der durch das Gefrieren der Trauben bei Wintereinbruch entsteht. Im Sommer werden auch ganz „normale“ Weine hergestellt, dann vor allem Rotweine aus den Rebsorten Gamay und Merlot.

3. Der Indian Summer in Quebec
In einem Land, das gut zur Hälfte aus Wald besteht, sorgt der Herbsteinbruch überall für einen leuchtenden goldenen Herbst. Besonders schön anzusehen ist der Jahreszeitenwechsel in Quebec: Die vielen Zuckerahornbäume der Laurentian Mountains erstrahlen während des Indian Summers in kräftigen Farben. Auch im Algonquin Provincial Park, der nur 200 Kilometer nordwestlich von Toronto liegt, lässt sich die Farbenpracht hervorragend genießen. Ganz nebenbei gibt es gut dreitausend Elche, zweitausend Schwarzbären und dreißigtausend Biber zu entdecken. Am besten erkundet man das Naturparadies mit seinen 1.600 Kilometer langen Wasserwegen im Kanu oder wandert durch dichte Wälder, entlang kristallklarer Seen, hin zu rauschenden Wasserfällen.

Kanada ahorn
Vor allem die Ahornbäume leuchten in kräftigen Farben.

4. Die Landschaft um die 1000 Islands
Eine unglaublich idyllische Landschaft befindet sich in der Nähe von Kingston im Sankt-Lorenz-Strom. 1.864 Inseln liegen im leuchtend blauen Fluss, der im Grenzgebiet von den USA und Kanada liegt. Viele der Inseln sind winzig klein und erinnern mit ihren roten Holzhäuschen an Schweden. Am besten erkunden lässt sich die Inselwelt bei einer Bootstour, aber auch ein Helikopterflug verschafft einen atemberaubenden Überblick über die 1000 Islands.

5. Der Cabot Trail in Nova Scotia
Die Provinz an der Atlantikküste ist ein beliebtes Wassersportziel, begeistert aber auch alle Tierfans. Papageitaucher und Robben sind hier beheimatet, an der Bay of Fundy können Wale beobachtet werden. Auch die Hauptstadt Halifax ist sehenswert: Bunte Häuser in Bonbonfarben stehen vor allem in der Kneipenstraße dicht an dicht. Das besondere Highlight der Region ist der Cabot Trail –  eine der schönsten Straßen der Welt! Die Straße windet sich in weiten Kurven über 300 km durch das faszinierende Hochland von Cape Breton. Dabei wartet an jeder Ecke ein herrlicher Meerblick, Elche grasen am Straßenrand und viele Pfade laden zu Zwischenstopps mit Wanderungen ein.

cabot trail kanada
Der Cabot Trail in Nova Scotia.

6. Die Niagarafälle
Was wäre eine Reise nach Kanada ohne einen Besuch von dem wohl bekanntesten Wasserfall der Welt? „Donnerndes Wasser“ heißen sie in der Sprache der Ureinwohner – die gigantischen Niagarafälle, die nur 1,5 Autostunden von Toronto entfernt sind. Von der Aussichtsplattform des Table Rock Visitor Centers sind es gerade einmal vier Meter bis zur Abbruchkante der gigantischen Wasserfälle. Man hört, spürt und sieht die Kraft, mit der 154 Millionen Liter Wasser pro Minute in die Tiefe stürzen.
Das gleichnamige Städtchen Niagara Falls ist nichts für jeden Geschmack – zu touristisch und kitschig erscheint es vielen Besuchern. Dieser Eindruck ist jedoch schnell vergessen, sobald man sich mit dem Boot den Niagarafällen nähert und einem die Gischt der gewaltigen Wasserfälle ins Gesicht spritzt.

Niagara Fälle Kanada
Maid of the Mist – die Bootstour mit garantiertem Nervenkitzel.

7. Die Tierwelt
In den Nationalparks im Osten gibt es selbstverständlich eine Vielzahl an wilden Tieren. Ob Braunbären, Elche, Biber oder seltene Vögel: Ein Ausflug in die Natur Kanadas lohnt sich. Aber auch der beste Ort zum Whale-Watching liegt im Osten Kanadas, in der Provinz Quebec. In Tadoussac sind von Mai bis Oktober die Chancen am größten, die schweren Meeressäugetiere zu Gesicht zu bekommen.

Wal Kanada Kanadas Osten
Bestaune die gigantischen Tiere in Tadoussac!

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Unsere Produktmanagerin Laura liebt die Westküste Kanadas – und verbrachte gleich ein halbes Jahr dort. Für euch hat sie ihre Tipps und Empfehlungen für eine Reise nach Kanada zusammengefasst.

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