Kapstadt erlebt derzeit die schlimmste Dürre seit Jahrhunderten. Der Wasserverbrauch wurde bereits drastisch gedrosselt – und auch Touristen bekommen das zu spüren. Ob leere Hotelpools, vertrocknete Gärten oder ungewaschene Autos: Der Wassermangel ist allgegenwärtig. Südafrika ist dennoch als Reiseziel geeignet – vorausgesetzt man ist bereit, auf ein kleines bisschen Luxus zu verzichten und vor Ort bewusst auf seinen Verbrauch zu achten.

Stichwort bewusst reisen – nicht nur der Wassernotstand in Kapstadt rückt den Begriff Green Travel verstärkt in den Fokus. Wer im Alltag auf einen umweltbewussten Lebensstil achtet, will diesen meist auch auf Reisen leben. Ganz entspannt in den wohlverdienten Urlaub starten, kann, wer sich schon im Vorhinein Gedanken darüber macht, wie nachhaltig gereist wird. Wir geben Tipps, wie ihr Euren ökologischen Fußabdruck auch auf Reisen gering halten könnt.

Flugzeug Reisen
Vor allem die CO²-Emissionen, die bei Flugreisen entstehen, sind beachtlich.

Vor der Reise: 

• Schon bei der Auswahl Deines Ziellandes kannst Du einen Unterschied machen. Informiere Dich im Vorfeld über die Länder, die Dich interessieren – Namibia beispielsweise hat den Naturschutz sogar im Grundgesetz verankert. Die Fairtrade-Organisation Fair Trade Tourism setzt auf gerechte Löhne und Umweltschutz, um zu vermeiden, dass eine Ausbeutung der Menschen vor Ort erfolgt. Die Fair-Handel-Kriterien orientieren sich an den Grundwerten fairer Anteil, faire Mitsprache, Respekt, Verlässlichkeit, Transparenz, Nachhaltigkeit, Kundenzufriedenheit. Die Organisation Fair Trade in Tourism zeichnete bisher Reisen in acht Ländern mit dem Fair Trade Tourism Siegel aus: Namibia, Botswana, Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Seychellen, Tansania und Kenia.

• Mit einem Langstreckenflug kann sich der persönliche ökologische Jahres-Fußabdruck deutlich vergrößern. Um jedoch aus dem schlechten Gewissen heraus nicht komplett auf weite Reisen verzichten zu müssen, kann mithilfe von atmosfair, myclimate oder greenmiles pro Flug Geld in ein Klimaschutzprojekt investiert werden, um schädliche CO²-Emissionen zu kompensieren. Atmosfair baut beispielsweise Biomassekraftwerke in Indien und finanziert Brennholzkocher in Nigeria, um der Abholzung und der damit einhergehenden Versteppung entgegenzuwirken.

• Auch Deine Unterkunft kann nachhaltig sein. Wir haben beispielsweise einige Eco Lodges im Angebot, die aus natürlichen, lokalen Ressourcen erbaut wurden oder durch ausgeklügelte Systeme Wasser und Strom einsparen. Ob Elektrofahrzeuge für eine Safari in Botswana, Wiederaufbereitung von Regen- und Abwasser, ein eigener Landwirtschaftsbetrieb vor Ort zur Erzeugung der Lebensmittel, die Kompostierung von Essensresten oder der Verzicht auf chemische Reinigungsmittel: Unsere ausgewählten Unterkünfte gehen auf vielfältige kreative Weise an einen nachhaltigen Tourismus heran.

• Mache Dir vorab Gedanken über Deine Ausflüge. Mit dem Besuch einer Auffangstation für verwaiste Tiere oder eines nachhaltigen Nationalparks beispielsweise unterstützt Du die Menschen und Tiere vor Ort deutlich mehr als mit dem Besuch eines kommerzialisierten Aquariums oder Zoos.

• Auch beim Gepäck kannst Du der Umwelt einen Gefallen tun. Überlege Dir beim Packen genau, was Du wirklich braucht und packe möglichst kompakt: Je leichter Dein Gepäck ist, desto leichter ist auch das Flugzeug – und desto geringer fällt der CO²-Ausstoß aus.

Strand Fußabdruck
Den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten – auch auf Reisen.

Vor Ort:

• Meide die geläufigen Restaurant- und Caféketten und gehe stattdessen in privat geführte Lokalitäten – so unterstützt Du nicht nur die Menschen vor Ort, sondern gewinnst auch einen besseren Einblick in die Kultur und Küche des Landes.

• Achte bei der Wahl des Restaurants darauf, dass regionale Lebensmittel verwendet werden. Probiere traditionelle Gerichte – die Locals werden sich über Dein Interesse freuen und Du erfährst ein neues Geschmackserlebnis.

• Viele Hotels weisen bereits mit Schildern darauf hin: Allein durch das tägliche Wechseln und Waschen der Handtücher und Bettwäsche werden Unmengen an Wasser verbraucht. Überlege also noch einmal, ob das Handtuch wirklich gewaschen werden muss – oder ob Du es der Umwelt zuliebe nicht noch etwas länger benutzen kannst.

• In vielen Ländern muss deutlich mehr auf den Wasserverbrauch geachtet werden – da ist Improvisation gefragt. Statt sich die Hände zu waschen, kann auch ein Desinfektionstuch verwendet werden. Das spart Wasser und die Hände werden dennoch sauber.

• Versuche, auch auf Reisen keinen unnötigen Plastikmüll zu produzieren. Statt täglich neues Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, kannst du in eine Flasche mit Wasserfilter investieren und diese häufiger benutzen. In anderen Ländern werden die Einkäufe im Supermarkt teils noch direkt in Plastiktüten eingepackt. Achte darauf, dass Du nach einem Großeinkauf nicht mit vielen Plastiktüten zurückkommst, sondern verstaue die Einkäufe in Deinem Rucksack oder Beutel.

• Natürlich ist es schön, nach einem langen Tag in der Sonne, am Strand oder auf einer anstrengenden Wanderung eine erfrischende Dusche in Anspruch zu nehmen. Eine ausgedehnte Dusche solltest Du aber vermeiden – in Kapstadt wird momentan eine Duschzeit von nur zwei Minuten empfohlen.

Landschaft Umwelt nachhaltig bewusst
Natur wie diese ist es wert, seinen eigenen Verbrauch etwas zu überdenken.

Reisen, vor allem über weite Distanzen, sind ohne eine gewisse Belastung der Umwelt nicht möglich. Berücksichtigt man aber einige Punkte zum Klimaschutz und Verhalten vor Ort, kann man den Schaden deutlich einschränken und die Menschen vor Ort unterstützen.

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