Grünes Bier, ganze Städte in grün-weiß-orange, die irische Flagge an jedem Haus: Wenn sich zahlreiche Kobolde unter ausgelassen feiernde Scharen mischen, ist höchstwahrscheinlich St. Patrick’s Day.
Wir erklären, wer Sankt Patrick war, wieso die Farbe Grün eine wichtige Rolle spielt und wieso das Fest mittlerweile in vielen Ländern auf der ganzen Welt gefeiert wird.

Wer war St. Patrick?
Der heilige Patrick war tatsächlich kein Ire, sondern Brite – und hieß mit bürgerlichem Namen Maewyn Succat. Mit 16 Jahren wurde der Waliser Maewyn von einer Gruppe krimineller Iren entführt, nach Irland verschleppt und dort als Sklave verkauft. Er entkam der Gefangenschaft nach sechs Jahren – der Sage nach erschien ihm zuvor ein Engel, der ihn zur Flucht aufforderte. Maewyn kam in einem Kloster unter und widmete sich der christlichen Lehre. Anschließend reiste er als Priester 30 Jahre lang durchs Land, gründete Schulen, Kirchen und Klöster. Nach zwölf Jahren wurde er von der katholischen Kirche zum Bischof geweiht und erhielt den Namen Patrick. Er gilt als erster Missionar Irlands und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Iren zum Christentum übertraten.

Wieso wird der St. Patrick’s Day am 17. März gefeiert?
Am 17. März im Jahre 461 nach Christus soll der heilige Patrick im Alter von 76 Jahren gestorben sein. Von da an stand der 17. März symbolisch für St. Patrick, gar für Irland selbst, denn in den 1780er Jahren wurde er zum offiziellen Schutzpatron von Irland erklärt. Heute ist der 17. März zudem der Nationalfeiertag der Republik Irland.

St Patricks Day
Bunte Kostüme und laute Musik gehören zum St. Patrick’s Day dazu – wie hier in Atlanta.

Die Farbe Grün
Die Farbe Grün ist aus zwei Gründen überall am St. Patrick’s Day zu sehen: Das dreiblättrige grüne Kleeblatt ist ein Symbol des heiligen Patrick – mit ihm soll er den Menschen die Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) erklärt haben. Da am 17. März auch die Unabhängigkeit zelebriert wird, werden auch die Nationalfarben Irlands vermehrt getragen – also Grün, Weiß und Orange.

Wie wird der Tag gefeiert?
Im Gegensatz zu heute standen früher die religiösen Aspekte des Festes im Vordergrund. Bis in die 1970er Jahre waren alle Pubs im Land geschlossen, es wurde vor allem Fisch gegessen und ein Gottesdienstbesuch war obligatorisch. Heute wird der Feiertag mit riesigen Paraden, Musik, bunten Kostümen und grünem Bier gefeiert – von dem ursprünglichen religiösen Gedanken ist also nur wenig übrig geblieben.

Wo wird der St. Patrick’s Day gefeiert?
Natürlich geht es vor allem in Dublin, der Hauptstadt Irlands, rund. Bereits ab dem 14. März wird dort mit Musik, Kunst und Theater dem großen Tag entgegengefiebert. Höhepunkt bildet die St. Patrick’s Day Grand Parade am 17. März um 12 Uhr. Dann marschieren Blaskapellen aus den USA, Europa und Irland in ihren grünen Kostümen zu den geschichtsträchtigen Orten der Stadt. Unter anderem führt sie an dem Trinity College und dem Dublin Castle vorbei und letztendlich zur St. Patricks Cathedral.

Die größten Paraden finden jedoch in den USA statt – New York, New Orleans, Boston und Chicago trumpfen mit gigantischen Festen auf. In Chicago beispielsweise wird jedes Jahr der Chicago River grün eingefärbt. Der Grund dafür, dass dem St. Patrick’s Day eine solch hohe Bedeutung beigemessen wird, liegt an der hohen Anzahl von Iren in der Bevölkerung: Etwa 36 Millionen Iren leben in den USA. Wegen einer großen Hungersnot in den Jahren 1845 bis 1851 flüchteten viele Iren von Irland in die USA und gedenken am 17.März ihren Wurzeln.

Chicago River
Der Chicago River in strahlendem Grün.

In Deutschland ist das größte Fest in München. Dort wird der St. Patrick´s Day seit 1996 jedes Jahr an einem Sonntag (vor oder nach dem 17. März) gefeiert. Eine zwei Kilometer lange Parade führt von der Münchener Freiheit zum Odeonsplatz.

Mittlerweile wird in den meisten großen Städten weltweit das Fest gefeiert – eine Tradition, die viel Spaß bringt.

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