Diesen Samstag geht in vielen Städten weltweit an Denkmälern und Sehenswürdigkeiten wieder für eine Stunde das Licht aus. Zunehmend beteiligen sich auch Privatpersonen und Firmen ab der Aktion Earth Hour und verbringen die Zeit zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Dunkeln.

Ihren Ursprung hat die Aktion des World Wide Fund For Nature in Australien. 2007 gingen in Sydney erstmals die Lichter aus, um im Rahmen einer Umweltschutzkampagne auf Energieverschwendung, Klimaschutz und die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Die Organisation WWF kritisiert den enormen Energiehunger vieler Staaten, der zu globaler Erwärmung und den damit verbundenen verheerenden Folgen wie Dürre- und Flutkatastrophen, Waldbränden und dem Aussterben unzähliger Arten führt.

sydney harbour bridge
Während die Harbour Bridge zu anderen Events in hellen Farben erstrahlt, bleibt sie während der Earth Hour unbeleuchtet.

Ob der Trevi-Brunnen in Rom, die Petrona-Towers in Kuala Lumpur, das Vogelnest in Peking oder die Akropolis in Griechenland – unzählige Städte weltweit lassen ihre bekanntesten Sehenswürdigkeiten diesen Samstag für eine Stunde im Dunkeln stehen.

Neben viel Zustimmung und Unterstützung erhält die Aktion seit Jahren aber auch Kritik. So sei das Ausschalten der Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden, kritisieren Aktivisten. Umweltschützer bemängeln außerdem den vorwiegend symbolischen Charakter der Earth Hour – auf anderen Wegen könne im Alltag ohne große Mühe viel mehr Energie eingespart werden. Etwa, indem man das Licht ausschaltet, wenn man aus dem Raum geht, durch sparsamere Beleuchtung oder indem Geräte ausgeschaltet, statt nur in den Standby-Modus gesetzt zu werden. Befürchtet wird zudem, dass die Teilnahme an der Aktion bei vielen Menschen und Unternehmen dazu genutzt werde, das Gewissen reinzuwaschen und nach einer Stunde in Dunkelheit wieder weitergemacht werde, wie gehabt. Klimaschutz müsse viel mehr im Alltag ankommen, statt in einer Stunde abgehandelt zu werden.

earth hour
Statt heller Lichter entzünden viele Menschen zur Earth Hour Kerzen.

Zumindest ein großer Kritikpunkt der letzten Jahre konnte mittlerweile widerlegt werden. Lange wurde befürchtet, dass das massenweises Stromsparen während der Earth Hour die Frequenz des Stromnetzes ansteigen lassen und damit zu einem breiten Stromausfall führen könnte. Tatsächlich ist das Einsparpotenzial durch Licht aber eher gering, durch das Ein- und Abschalten der Beleuchtung am kommenden Samstag verändert sich die Auslastung des Stromnetzes also kaum.

WWF betont, dass Ziel der Earth Hour nicht sei, in dieser Stunde den Stromverbrauch drastisch zu senken, sondern ganz einfach auf den Sachverhalt aufmerksam zu machen. Aufmerksam darauf, wie leicht es sein kann, Strom zu sparen. Indem man zum Beispiel einfach das Licht ausmacht, wenn man es nicht braucht. Also: Schalter umlegen, nicht nur zur Earth Hour.

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