Das Osterwochenende ist bei uns mit vielen Traditionen gespickt: Ob das Osterlamm, Fisch oder der Hefezopf auf dem Tisch, fröhliches Beisammensein am Osterfeuer, die spannende Ostereisuche für Kinder und Junggebliebene oder das bunte Einfärben von Eiern – jeder von uns verbindet wohl zumindest einen dieser Bräuche mit dem Osterfest.

Aber wie feiern andere Länder das größte christliche Fest? Wir haben uns für Euch umgeschaut!

Australien:
Die Süßigkeiten an Ostern? Werden bei uns selbstverständlich vom Osterhasen gebracht.
Nicht so in Australien: Da der Hase dort eine wahre Plage ist und einheimische Tierarten bedroht, wurde er durch ein anderes Tier, den Bilby, ersetzt. Statt Osterhasen aus Schokolade und Stoff gibt es in Australien also den Kaninchennasenbeutler zu kaufen. Ein Teil des eingenommenen Geldes fließt in Tierschutzprojekte für die Rettung des ebenfalls bedrohten kleinen Bilbys.

Bilby Ostern
Der Bilby ersetzt in Australien den Osterhasen.

Haiti:
Auf Haiti wird das Osterfest auf außergewöhnliche Art und Weise gefeiert: Am Karfreitag lassen Kinder ihre selbst gebastelten, kunstvollen Papierdrachen in den Himmel steigen und bei einer heidnischen Straßenprozession ziehen die „Oster-Raras“ mit rhythmischer Musik aus Naturinstrumenten und lärmenden Blechgegenständen durch die Straßen. Sie beginnen ihren Weg vor dem Haus eines „Houngans“, eines Zauberers, und sollen böse Dämonen herbeirufen. Die Raras werden von Tänzern, Akrobaten und Würdenträgern begleitet, die schaurige Zauberrelikte tragen.

Irland:
Bunte Straßenumzüge und historische Theaterspiele sind nur ein Teil des Osterfests in Irland. Skurril wird der Ostersonntag begangen: In den Dörfern werden während einer feierlichen Prozession auf einer Wiese Heringe in zuvor ausgehobenen kleinen Gräbern begraben! Dies symbolisiert das Ende der Fastenzeit, während der anstatt Fleisch nur Fisch gegessen werden durfte.

Lämmchen
Im Land der Schafe spielt an Ostern ein ganz anderes Tier eine große Rolle: der Hering.

Spanien:
Im katholisch geprägten Spanien ist Ostern vor allem ein religiöses Fest. Bei zahlreichen Prozessionen während der Semana Santa ziehen Bruderschaften mit spitzen Kapuzen und Heiligenfiguren durch die Straßen. Die Kinder hingegen basteln Palmwedel, die mit Süßigkeiten geschmückt und in der Ostermesse gesegnet werden.

Kroatien:
Zu Ostern wird es laut in Kroatien: Traditionell ziehen die Kinder mit Klappern und Tröten lärmend durch die Straßen – ursprünglich ein Ersatz für die schweigenden Kirchenglocken. Im Mittelpunkt steht außerdem das Osterei – in Kroatien wird besonders viel Wert auf die künstlerische und handwerkliche Gestaltung der Ostereier aus verschiedensten Materialien gelegt.

Mexiko:
Was zunächst aussieht wie buntes, närrisches Treiben, ist tatsächlich äußerst politisch. Girlanden aus Krepp- und Toilettenpapier schmücken in Mexiko zwei Wochen lang die Straßen, Männer mit indianischem Kopfschmuck tanzen zu Flötenmusik und bunte Figuren aus Pappmaschee werden am Ostersamstag öffentlich verbrannt. Die Figuren verkörpern nicht nur den Teufel, sondern teilweise auch Politiker. So wird der Sieg des Guten symbolisiert und Kritik an politischen Entwicklungen geäußert.

Schweden:
Am Gründonnerstag ziehen in Schweden Hexen mit buntem Kopftuch und Besenstiel durch die Straßen – die Osterweiber, die Påskkärring. Sie gehen mit einer leeren Kaffeekanne von Tür zu Tür, bitten um Süßigkeiten und verteilen als Belohnung selbstgemalte Osterbriefe.
Im Gegensatz zum Brauchtum in den meisten anderen Ländern verteilt in Schweden nicht der Osterhase die Ostereier, sondern das Osterküken.

Ostern
In Schweden bringt das Osterküken die Ostereier.

USA:
Natürlich wird im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das Osterfest nicht nur im ruhigen Kreise der Familie mit der Ostereisuche begangen. Stattdessen gibt es zwei große Veranstaltungen, die sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen.

In New York ziehen am Ostersonntag bei der gigantischen Easter Parade Jung und Alt in Kostümen über die 5th Avenue. Tradition hat auch dieser Brauch: Schon vor 150 Jahren präsentierte hier die Elite der USA ihre schönsten Kleider. Im Garten des Weißen Hauses wird Ostern seit 1878 mit dem „Eierrollen“ gefeiert: Der Präsident hält eine kurze Rede, es gibt Schokolade von als Hasen verkleideten Mitarbeitern, zahlreiche Spiele und natürlich das namensgebende Wettrennen, bei dem Kinder mit Hilfe von Löffeln bunte Eier über den Rasen rollen.

Spannende Bräuche, viele Traditionen, aber nirgends ließe sich Ostern wohl besser verbringen als auf der mystischen Osterinsel in Chile – Entdeckt die atemberaubende Geschichte und Natur! 

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