Elefanten, Eisbären, Orang-Utans und Tiger – das sind mitunter die bekanntesten der vom Aussterben bedrohten Tierarten dieser Erde. Insgesamt führt die Weltnaturschutzunion IUCN momentan ein Drittel aller Tiere auf der sogenannten Roten Liste. Einige von ihnen zählen schon seit Jahrzehnten dazu. Bis 2100 soll die Hälfte aller Tierarten weltweit vom Aussterben bedroht sein. Ob dies nur eine Prognose oder schon bald die Realität ist – sicher weiß das wohl niemand. Hier erfahren Sie, welche Tiere gefährdet sind und was wir alle dafür tun können, um auf Reisen unseren Beitrag zum Tierschutz zu leisten.

Eine Meeresschildkröte schwimmt im hellblauen Wasser.

Die Meeresschildkröte hat die Dinosaurier überlebt – heute ist sie vom Aussterben bedroht.Eine besonders gefährdete Tierart ist – obwohl sie die Dinosaurier überlebt hat und seit Jahrmillionen auf der Erde weilt – die Meeresschildkröte. Sieben verschiedene Arten der Meeresschildkröte gibt es, die allerdings alle dasselbe Nestverhalten haben: Sie kommen zum Bau ihrer Nester zurück an den Strand, an dem sie geschlüpft sind. Werden diese von Menschen bebaut, finden die Schildkröten kaum mehr Nestplätze oder erfahren mangelnde Rücksicht: Tiere werden gejagt, Eier eingesammelt und die Panzer kommerziell genutzt. Die ehemals umfangreichen Bestände gehen drastisch zurück. Weiterhin ist die zunehmende Meeresverschmutzung ein großes Problem für die Schildkröte: Plastikmüll wird von den Meeresbewohnern oft mit Nahrung vertauscht, häufig verenden sie qualvoll an unverdaulichen Plastiktüten.

Opfer von Wilderern

Zwei Nashörner in der afrikanischen Steppe
Nashörner werden aufgrund ihres Horns gewildert: Es enthält wertvolles Keratin.

Ein weiteres bedrohtes Tier ist das Nashorn. Während früher zahlreiche Arten existierten, sind es heute nur noch fünf. Bereits Anfang der 60er Jahre waren die Dickhäuter fast ausgestorben, die Population konnte sich nur mithilfe von intensiven Schutzmaßnahmen wieder erholen. Die unkontrollierte Jagd und Wilderei des Menschen gefährden die Bestände jedoch nach wie vor: In Südafrika wird derzeit so viel gewildert, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Insgesamt wurden im Jahr 2015 mehr als 1340 tote Nashörner in Südafrika, Namibia und Simbabwe gezählt. Gewildert werden die Nashörner aufgrund ihres Horns. Es besteht wie die Haare und Fingernägel des Menschen aus Keratin und wurde in den letzten Jahren zum Statussymbol und Investitionsobjekt.

Ein Elefant badet im Wasser
Die Stoßzähne von Elefanten bestehen aus Elfenbein – und machen die Tiere zu Opfern von Wilderern.

Um kunstvolle Dekorationen, Schmuck und luxuriöse Gebrauchsgegenstände aus den Merkmalen der Tiere zu fertigen, werden auch Elefanten gejagt. Sie sind ebenfalls Opfer der unkontrollierten Wilderei. Besonders begehrt sind die Stoßzähne der Tiere, denn sie enthalten das seltene Elfenbein. Auch die Landwirtschaft, agroindustrielle Großprojekte, menschliche Siedlungen und der Straßenbau bergen Gefahren für Elefanten, die durch die Maßnahmen große Teile ihres Lebensraumes verlieren. Der Sumatra Elefant ist besonders gefährdet. Er gehört zu der Art der asiatischen Elefanten und steht auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion.

Wildkatzen vom Aussterben bedroht

Ein Leopard liegt in der Steppe auf einem Felsen.
Leoparden werden als Trophäen und aufgrund ihres Fleisches häufig gejagt.

Die Leoparden gehören aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit zu den am weitesten verbreiteten Wildkatzen. Der Schneeleopard ist an einen extremen Lebensraum angepasst und ebenso wie andere Unterarten bedroht, verkleinern sich ihre Lebensräume durch Menschenhand geschaffene Umstände doch beachtlich. Des Weiteren ist auch für Leoparden die Wilderei ein Bedrohungsfaktor: Einerseits prahlen Jäger mit erlegten Exemplaren als Trophäe, andererseits ist das vom Java-Leopard stammende Buschfleisch sehr begehrt. Der World Wide Fund For Nature WWF sagt: Die Tiere sind nicht nur in Gefahr, sondern vom Aussterben bedroht.

Eine Löwin blickt in die Kamera, zwei Jungtiere schmiegen sich an sie.
Weniger als die Hälfte der Löwen in Afrika ist im Fortpflanzungsalter – der Tierbestand könnte sich halbieren.

Der Löwe ist ein weiteres, trauriges Paradebeispiel für bedrohte Tierarten. Die Population dieser Wildkatzen ist in den letzten Jahren drastisch gesunken. Laut WWF gibt es in Westafrika lediglich noch 500 Löwen, auf dem gesamten Kontinent sind es 23.000 bis 35.000. Weniger als die Hälfte der Tiere ist allerdings im Fortpflanzungsalter. Experten warnen deshalb, dass die Anzahl der Löwen in den nächsten zwei Jahren um die Hälfte sinken werde. Neben Trophäenjägern müssen Löwen zudem Kleinbauern fürchten: Um ihre Viehherden zu schützen, vergiften oder erschießen sie Wildtiere. Die wiederum sehen sich in ihrem immer kleiner werdenden Lebensraum jedoch in ihrer Nahrungsbeschaffung eingeschränkt – die natürlichen Beutetiere wie Gazellen und Zebras werden durch die Menschen verdrängt.

Nachhaltiger Tourismus schützt Wildtiere

Als Reisender können Sie dazu beitragen, dass die Natur und die Artenvielfalt im Reiseland geschützt wird, ohne dabei gänzlich Tierbegegnungen verzichten zu müssen. Dafür haben wir einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen und den Wildtieren ein einmaliges und tierfreundliches Erlebnis ermöglichen.

  • Auf artgerechte Tierhaltung achten: Im Elephant Transit Home in Sri Lanka beispielsweise können sich die Tiere jederzeit frei bewegen. Die Einrichtung verfolgt außerdem ein Tierschutz-Ziel und dient nicht allein der Unterhaltung von Touristen: Die hier lebenden Elefanten wurden zumeist aus Gefangenschaft befreit und werden auf die Auswilderung vorbereitet.
  • Bei Safaris: Die Fahrten sollten unbedingt unter Aufsicht eines erfahrenen Rangers stattfinden. Er kann jede Situation richtig einschätzen und Sie profitieren außerdem von seinem umfangreichen Wissen zu Flora und Fauna. Sollte Ihnen der Veranstalter einen direkten Kontakt mit den Wildtieren versprechen oder gar Darbietungen mit den Tieren anbieten: Finger weg!
  • Bei Erlebnissen in und auf dem Wasser: Sowohl beim Tauchen und Schnorcheln als auch bei der Tierbeobachtung vom Wasser aus gilt: genügend Abstand halten und sich sofort zurückziehen, wenn sich die Tiere gestört fühlen. Seriöse Anbieter verfügen stets über geschultes Personal an Bord, die nicht nur Wissen, sondern auch das nötige Verständnis vermitteln und für Sicherheit sorgen.
  • Achten Sie auch darauf, dass der Anbieter Ihrer Wahl mit anerkannten Natur- und Tierschutzorganisationen zusammenarbeitet und im Idealfall über ein gültiges Zertifikat für nachhaltigen Tourismus verfügt.
  • Augen auf beim Kauf von Souvenirs und Konsum von Lebensmitteln: Kaufen Sie keine Souvenirs wie geschnitzte Dinge aus Hörnern, Zähnen oder Knochen bedrohter Tierarten. Auch der Verzehr von Fleisch gefährdeter Arten sollte Tabu sein.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf Ihrer nächsten Reise – und bei der bewussten und nachhaltigen Begegnung mit faszinierenden Wildtieren!

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